Mercedes-Benz Concept Marco Polo und F-Cell – Die Zukunft des Wohnmobiles?

Mercedes-Benz Concept Marco Polo und F-Cell – Die Zukunft des Wohnmobiles?

August 31, 2018 0 Von Thomas Blachetzki

Mercedes überraschte auf dem diesjährigen Caravan Salon in Düsseldorf mit 2 Studien. Einmal  mit einem Wohnmobil auf Sprinter-Basis, das von einer Brennstoffzelle angetrieben wird und deswegen nahezu emissionsfrei fährt und einmal mit dem „Concept Marco Polo“, der dem Camper in der Zukunft das voll vernetzte Fahrzeug bieten soll. Die Zukunft ist näher, als man denkt.

Mercedes-Benz „Concept Marco Polo“

 

Der Megatrend Connected Home oder auch Smart Home, also ein komplett vernetztes Zuhause, eröffnet eine neue Dimension an (Bedien-)Komfort und spielt daher auch für Reisemobile eine immer bedeutendere Rolle. Um diesem Bedarf zu begegnen, hat Mercedes-Benz Vans die „Mercedes-Benz Advanced Control“ (MBAC) entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Schnittstellenmodul, das die Trennung zwischen Basisfahrzeug und Wohnbereich aufhebt. Es vernetzt die Komponenten vor und hinter der B-Säule und ermöglicht deren einfache und bequeme Bedienung über einen zentralen Ort. Reisemobile auf Basis von Mercedes-Benz Vans werden dank MBAC zukünftig zum Connected Home auf Rädern.

Caravan Salon Düsseldorf 2018: Mercedes-Benz Concept Marco Polo

Mit dem seriennahen „Sprinter Connected Home“ gibt Mercedes-Benz Vans beim Caravan Salon Düsseldorf einen Ausblick auf vernetzte Lösungen, die Aufbauhersteller bereits in 2019 auf Basis des neuen Sprinter dank MBAC umsetzen können. Die Möglichkeiten reichen dabei von der zentralen Anzeige des Gasfüllstands bis zur Regulierung von Licht und Heizung per Touch-Displays im Fahrzeug oder per Smartphone-App, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Das Konzeptfahrzeug „Concept Marco Polo“ , das ebenfalls auf dem Mercedes-Benz Stand präsentiert wird, greift diese Möglichkeiten auf, geht aber noch einen weiteren Schritt Richtung Zukunft. Zu seinen Highlights gehören unter anderem eine Sprachsteuerung sowie eine automatische Fensterverdunklung mit in den Scheiben eingelassenen Flüssigkeitskristallen. Das sorgt für ein modernes Wohlfühlambiente.

Caravan Salon Düsseldorf 2018: Mercedes-Benz Concept Marco Polo

Bereits in 2019: Connected Home auf Basis des neuen Sprinter

Der seriennahe „Sprinter Connected Home“ demonstriert in Auszügen die Möglichkeiten einer zentralen Reisemobil-Bedienung, die Aufbauhersteller in 2019 dank MBAC auf Basis des neuen Sprinter umsetzen können. Dazu gehört eine zentrale Bedienung von folgenden Komponenten über das MBUX Touch-Display im Fahrzeug-Cockpit, über ein separates Display im Wohnbereich, das künftig vom Aufbauhersteller frei positioniert werden kann, oder per Smartphone-App:

– Kontrolle der Türverriegelung
– Kontrolle der Füllstände der Gasflaschen
– Überprüfen der Füllstände der Wassertanks und Steuerung der Wasserablassventile
– Überprüfen der Ladezustände der Batterien
– Kontrolle und Regulierung der Temperatur in Kühlbox bzw. Kühlschrank
– Kontrolle und Regulierung der Temperatur im Wohnbereich
– Kontrolle des Ladezustands des Solarmoduls zur alternativen Energieversorgung
– Steuern der elektrisch ausfahrbaren Markise
– Steuern des Soundsystems
– Steuern der Innenraumbeleuchtung, inkl. Ambientelicht
– Steuern der Trittstufe zum Wohnbereich

 

„Concept Marco Polo“ – Connected Home 2.0

Der „Concept Marco Polo“ greift diese Funktionen auf und zeigt darüber hinaus weitere zukunftsweisende Komfort-Features, die zentral und damit zeitsparend gesteuert werden können – darunter: ein zentrales Ansteuern der Luftfederung – zum Ausbalancieren des Fahrzeugs auf unebenem Untergrund – sowie der elektrischen Sitz-/Liegebank im Fond und des elektrischen Aufstelldachs. Ein besonderer Clou ist die Fensterverdunklung. In die Seitenscheiben eingelassene Flüssigkeitskristalle lassen das Glas auf Wunsch licht- und blickdicht werden. Vorhänge und Jalousien werden überflüssig. Darüber hinaus verfügt der „Concept Marco Polo“ über eine induktive Smartphone-Ladestation – Schluss mit „Kabel-Salat“. Die Ladestation ist gut zugänglich auf der Kühlbox positioniert.

Caravan Salon Düsseldorf 2018: Mercedes-Benz Concept Marco Polo

Der „Concept Marco Polo“ erlaubt dabei nicht nur eine Bedienung der Komponenten vor und hinter der B-Säule über einen Cockpit-Display und via Smartphone-App, auch eine Sprachsteuerung ist möglich.

 

Mercedes-Benz „F-Cell“

 

Auf dem Caravan Salon 2018 zeigt Mercedes-Benz Vans mit dem „Concept Sprinter F-CELL“  eine Antriebsform für lokal emissionsfreie Mobilität mit hoher Reichweite (bis zu 530 Kilometern) und schneller Betankung. Eigenschaften des Brennstoffzellenantriebs, die sich für den Reisemobileinsatz hervorragend eignen. Ein weiteres Plus: Die Brennstoffzelle kann bei Bedarf als autarke, leistungsstarke Energiequelle für den Wohnbereich genutzt werden und reicht bei vollgefüllten Tanks für nahezu 3 Wochen.

Mit der Brennstoffzelle ergänzt Mercedes-Benz Vans künftig die eDrive@VANs Strategie. Der Concept Sprinter F-CELL zeigt am Beispiel eines teilintegrierten Reisemobils die gesamte Bandbreite der charakteristischen Vorteile einer Brennstoffzelle von einer hohen Reichweite bis zu lokal emissionsfreier Mobilität. Eigenschaften, die sich neben Reisemobilen auch für gewerbliche Einsatzzwecke beispielsweise bei längeren Kurierfahrten oder für Kleinbusse im interurbanen Verkehr optimal eignen. Bei der Auswahl des passenden Antriebskonzepts konzentriert sich Mercedes-Benz Vans damit noch stärker auf die individuelle Anwendungsebene und macht sie mehr denn je vom Kundennutzen abhängig. Zu einer umfassenden Bewertung gehören neben der Fahrzeugtechnik auch die Berücksichtigung von Systemgewicht, Lade- oder Betankungszeit, Reichweite und Wirtschaftlichkeit. Klassischer Verbrennungsmotor, batterieelektrischer Antrieb oder zukunftsweisende Brennstoffzelle? Auf diese Frage gibt die Daimler-Strategie keine ideologisch-dogmatische Antwort, sondern macht sie vom größtmöglichen Kundennutzen abhängig.

Aus dem intelligenten Zusammenspiel von Batterie und Brennstoffzellen-Antrieb ergeben sich im Concept Sprinter F-CELL eine maximale elektrische Leistung von etwa 147 kW und ein Drehmoment von 350 Newtonmeter. Die insgesamt 4 Tanks im Unterbau und im Heck können insgesamt 7,5 Kilogramm Wasserstoff speichern und sorgen so für eine Reichweite von rund 500 Kilometern.  Wie beim GLC F-CELL verbindet auch der Concept Sprinter F-CELL die innovative Brennstoffzellen- und Batterietechnik zu einem Plug-in-Hybrid. Neben Wasserstoff kann auch Strom „getankt“ werden. Das erhöht die Reichweite um bis zu 30 Kilometer.

Die Basis für fast unbegrenzte Umbauoptionen

Die Integration der Wasserstofftanks in den Unterbau, die Positionierung der Brennstoffzelle in den Vorbau und der Heckantrieb schaffen die Basis für maximale Freiheit bei der Innenraumgestaltung. Mit einer autarken Energieversorgung für den Wohnbereich oder der großen Reichweite spielt der Technologieträger seine Vorzüge als Reisebegleiter oder in anderen Anwendungsfällen als geräumiger Lastenträger voll aus.

 

Der Aufbau des Concept Sprinter F-CELL mit Heckantrieb und einem vergleichsweise geringen Systemgewicht schafft größtmögliche Flexibilität für zusätzliche Aus- und Umbauten, oder auch den gewerblichen Einsatz mit hoher Nutzlast. Mit einem modularen System lässt sich die Brennstoffzelle als Alternative zu konventionellen Antrieben, sowie den batterieelektrischen Antrieben, für den Einsatz auf kürzeren Strecken für möglichst viele Use-Cases etablieren.

 

 

 

Die Zukunft des Wohnmobiles ist mehr als spannend. Mercedes-Benz jedenfalls wird ein Teil davon sein.

 

 

Text: wohnmobil-world.de/Mercedes-Benz Presse

Fotos: wohnmobil-world.de/Mercedes-Benz Presse